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Datenerhebung im Gelände


Nachfolgend werden einige Hinweise zur Datenerhebung gegeben. Dieser Abschnitt gliedert sich in die Kollisionsopfersuche, die Erhebung der Absuchbarkeit, der Verbleiberate und die Erhebung der Sucheffizienz. Zudem bieten wir Ihnen eine Downloadmöglichkeit für die im Forschungsvorhaben verwendeten Erfassungsbögen

Kollisionsopfersuche

Die Hochrechnung setzt eine regelmäßige Kollisionsopfersuche voraus. D.h. die Suchen müssen mit einem festgelegten Suchintervall durchgeführt werden. Das Tool ist darauf angelegt Suchen im Umkreis bis maximal 50m um den Mastfuß (= Untersuchungsfläche) zu verarbeiten. Auf dieser Fläche kann die Suche auf jene Bereiche beschränkt werden, in der sie sinnvoll durchgeführt werden kann (Sichtbarkeitsklassen 1 bis 3, siehe unten).

Um den Abtrag der Kadaver durch Prädatoren zu minimieren, empfehlen wir die Suchen möglichst früh morgens durchzuführen. Ein guter Zeitpunkt für den Beginn der Suche liegt ca. eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang. Es empfiehlt sich, die Untersuchungsfläche in schleifenförmigen, d.h. parallelen Transekten abzusuchen. Die Breite der Suchtransekte und die Suchgeschwindigkeit – und damit die Nachsuchintensität insgesamt – sollten bei den verschiedenen Untersuchungspersonen möglichst vergleichbar sein. Mit Hilfe des Bogens 1 kann die einzelne Begehung dokumentiert werden.

Es hat sich bewährt, in einem ersten Schritt zunächst die toten Fledermäuse zu suchen. Falls bei der Suche Tiere gefunden werden, kann man diese markieren (z. B. durch Bambusstäbe), so dass sie nach Abschluss der Suche schnell wiedergefunden werden können. Auf diese Weise soll eine einheitliche Absuchgeschwindigkeit sichergestellt werden. Wir empfehlen erst dann die ggf. aufgefundenen Tiere hinsichtlich Lage, Zustand, etc. zu erfassen (siehe Bogen 2) Falls die Tiere für weitere Untersuchungen mitgenommen werden sollen, werden geruchsdichte Beutel (z.B. bezeichnet mit Anlagennamen, Funddatum, Fundnummer, Art) benötigt. Bitte prüfen Sie, ob eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich ist. Sinnvoll kann es außerdem sein, die Tiere vor Ort zu fotografieren.

Erhebung der Absuchbarkeit

Abgesucht werden müssen nur Flächen, in denen eine Suche sinnvoll durchgeführt werden kann (Sichtbarkeitsklassen 1 bis 3, siehe unten). Bei der ersten Begehung sollten die Flächengrößen der folgenden Sichtbarkeitsklassen unter der jeweiligen Windenergieanlage ermittelt werden:

  1. Offen (Vegetationsbedeckung bis 10%): meist Schotterflächen und Wege
  2. Überwachsen (Vegetationsbedeckung 10-75%): mit lückiger Vegetation
  3. Stark überwachsen (Vegetationsbedeckung über 75%, aber niedrige Vegetation): z.B. Gras und Binsenbestände
  4. Nicht absuchbar (Vegetationsbedeckung über 75%, hohe Vegetation): z.B. Brombeer und Ginstergebüsche, Wald, Getreide und Maisfelder.

Um die Flächenanteile quantifizieren und ihre Veränderungen (Zuwachsen, Ernte etc.) im Laufe der Untersuchung dokumentieren zu können ist eine kartographische Darstellung der Verteilung der verschiedenen Sichtbarkeitsklassen auf der Untersuchungsfläche hilfreich. Werden ältere Anlagen (z.B. im Rahmen eines Repowerings) beprobt, sind diese Anlagen häufig auf Luftbildern zu finden. Die Luftbilder können dann verwendet werden, um maßstabsgerechte Geländekarten zu erstellen. Neue Anlagen sind dagegen i.d.R. noch nicht in Luftbildern verzeichnet. Hier können Bilder aus der Gondel helfen entsprechende Geländekarten vorzubereiten (Bogen 5 zeigt dies beispielhaft). Wenn vor der Aufnahme aus der Gondel auffällige Objekte mit einem Maßband im entsprechenden Abstand um den Mastfuß abgelegt werden, lassen sich die erforderlichen Äquidistanzringe in der Feldkarte (d.h. auf der Grundlage eines solchen Fotos) leicht eintragen.

Erhebung der Verbleiberate

Die Schwundrate sollte mit Hilfe von naturfarbenen Labormäuse (so genannten Farbmäusen) die im Fachhandel erhältlich sind, ermittelt werden. Dazu wird in unregelmäßigen Abständen (d.h. nicht bei jeder Suche) eine Labormaus an einem zufällig gewählten Punkt auf der Nachsuchfläche ausgebracht. Die Labormäuse dürfen ausschließlich mit Handschuhen angefasst werden, um eine geruchliche Beeinflussung der Prädatoren zu verhindern. Außerdem sollten die Labormäuse nicht unmittelbar auf dem eigenen Pfad abgelegt werden (da bekannt ist, dass z.B. Füchse menschlichen Spuren folgen) sondern in einiger Entfernung davon abgeworfen werden (aber nur so weit, dass ihre Lage noch genau ermittelt werden kann, s.u.). Wichtig ist, dass zeitgleich nicht mehr als zwei Labormäuse je Anlage ausgebracht werden um eine Gewöhnung/Konditionierung der Prädatoren zu verhindern. Bei der Ausbringung sollten – im gleichen Umfang – alle absuchbaren Sichtbarkeitsklassen (Klasse 1 bis 3) berücksichtigt werden.

Die Lage und Liegedauer jeder Labormaus sollte in der Folge individuell dokumentiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Wiederfinden der Kadaver ohne eine Markierung auf der Fläche selbst möglich ist – die ausgelegten Tiere dürfen nicht für Aasfresser „markiert“ werden! Möglich ist das z.B. über ein Schnursystem. Das Tool ist so ausgelegt, dass der Verbleib der individuellen Maus maximal 14 Tage lang protokolliert werden muss.

Bei wechselnden Bearbeitern müssen die Informationen über die Lage der ausgelegten Farbmäuse immer unmittelbar weitergegeben werden. Diese Informationen darf jedoch erst NACH dem eigentlichen Absuchen der Flächen für eine gezielte Nachsuche eingesetzt werden, wenn die Kontrolle der Farbmäuse auch zur Bestimmung der Sucheffizienz dient.

Erhebung der Sucheffizienz

Die Ermittlung der Sucheffizienz geschieht über die Wiederfundrate von Objekten, die andere Bearbeiter ausgelegt haben. Als Objekte werden nachfolgend alle Gegenstände bezeichnet, die von den Suchenden vergleichbar gut gefunden werden wie die Fledermauskadaver. Dies können z.B. Fledermausattrappen, dunkle Labormäuse oder Spielmäuse sein. Im Zweifelsfall muss diese Voraussetzung im Gelände geprüft werden. Grundsätzlich sind zur Erhebung der Sucheffizienz zwei verschiedene Vorgehen denkbar:

Das eigentliche Absuchen der Flächen nach Fledermauskadavern sollte OHNE KENNTNIS der Zahl oder Liegepunkte der durch andere Bearbeiter ausgelegten Objekte durchgeführt werden. ERST NACH der Suche sollte mit Hilfe der durch andere Bearbeiter verzeichneten Auslegepunkte kontrolliert werden, welche Objekte tatsächlich noch auf den Flächen verblieben sind, welche abgetragen und welche ggf. übersehen wurden. Für jedes Objekt muss individuell verzeichnet werden, ob es abgetragen wurde oder es sich noch auf der Fläche befand. Im letzteren Fall ist von Interesse, ob es gefunden oder übersehen wurde (siehe Bogen 4).

Bei beiden Verfahren ist es wichtig, dass die Sucheffizienz von jedem/jeder Suchenden über die gesamte Laufzeit der Untersuchung hinweg mit mind. 10 Farbmäuse je Sichtbarkeitsklasse geprüft wurde.


Online: http://www.kollisionsopfersuche.uni-hannover.de/datenerhebung/
Datum: 17.11.2018
© 2018 Leibniz Universität Hannover

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