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Fledermäuse können mit Windenergieanlagen verunglücken, wenn sie in den Einflussbereich der drehenden Rotorblätter geraten. Dieses Phänomen kann im Grundsatz überall dort festgestellt werden, wo sich Fledermäuse und Windenergieanlagen den Luftraum teilen. Da es sich bei den Fledermäusen um streng geschützte Arten handelt, genießen sie europa- und damit auch bundesweit einen umfassenden rechtlichen Schutz, der sie u.a. vor absichtlichen Tötungen schützen soll. Aus diesem Grund werden die Genehmigungen zur Errichtung und zum Betrieb von Windenergieanlagen in Deutschland häufig räumlich oder zeitlich beschränkt. Dies war der Anlass für die Durchführung von zwei Forschungsvorhaben, bei denen die Suche nach Lösungen zur Optimierung des Fledermausschutzes bei gleichzeitiger Maximierung der Energieausbeute von Windenergieanlagen im Vordergrund stand. Ein weiteres Ziel der Forschungsvorhaben war die (Weiter-)Entwicklung von Methoden zur Erfassung und Quantifizierung der Anzahl der Fledermausopfer an Windenergieanlagen sowie der Prognose der Fledermausaktivität.

Die Kollisionsopfersuchen wurden durchgeführt, um die Anzahl der verunglückten Tiere festzustellen. Zwingend erforderlich für die Hochrechnung der Kollisionsopferzahlen aus der einfachen Anzahl der unter den Anlagen gefundenen Fledermäuse ist die Korrektur von drei Faktoren, die verhindern, dass alle verunglückten Tiere gefunden werden:

Um diese Einflüsse, z.B. die wechselnden Anteile der absuchbaren Flächen im Verlaufe einer Untersuchungszeit oder die unterschiedliche Sucheffizienz verschiedener Nachsuchenden, bei der Hochrechnung berücksichtigen zu können, sind komplexe Berechnungen erforderlich. Einfache Formeln können dies nur bedingt leisten. Im Rahmen der beiden Forschungsprojekte wurde daher eine Formel entwickelt, die in besonderer Weise auf die Verhältnisse in Deutschland zugeschnitten ist und z.B. auch bei niedrigen Fundzahlen keine oder nur sehr kleine systematischen Fehler zeigt (siehe KORNER-NIEVERGELT et al. 2011¹). Die Formel berechnet anhand der individuellen Verhältnisse an der Windenergieanlage die Entdeckungswahrscheinlichkeit mit der die tote Fledermaus gefunden wird. Die Berechnung kann daher auch dann ein Ergebnis ungleich Null liefern, wenn keine Fledermaus gefunden wurde. Zudem ist die Formel in der Lage, ein Konfidenzintervall für das Ergebnis auszugeben. Dieses Intervall gibt einen Eindruck der Genauigkeit der Berechnung wider.

Die entwickelte Formel wurde in R geschrieben und steht innerhalb des „carcass package“ zur Verfügung (KORNER-NIEVERGELT et al. 2012²). Die Hochrechnung der Anzahl der verunglückten Fledermäuse aus den gefundenen Tieren wird auf dieser Seite in einem internetbasierten Tool zur Verfügung gestellt, das Sie Schritt für Schritt durch die gleiche Berechnung führt. Das Tool berechnet die Daten für jeweils eine einzelne Windenergieanlage.

¹ KORNER-NIEVERGELT, F., KORNER-NIEVERGELT, P., BEHR, O., NIERMANN, I., BRINKMANN, R. & HELLRIEGEL, B. 2011: A new method to determine bird and bat fatality at wind energy turbines from carcass searches. Wildl. Biol. 17: 350-363.

² KORNER-NIEVERGELT, F., NIERMANN, I., BEHR, O., BRINKMANN, R., KORNER, P., HELLRIEGEL, B. 2012: Package ‘carcass’. Estimation of the number of fatalities from carcass searches. Stand: 01.09.2012. http://www.r-project.org/CRAN.


Online: http://www.kollisionsopfersuche.uni-hannover.de/
Datum: 26.06.2016
© 2016 Leibniz Universität Hannover

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